Förderschule Geistige Entwicklung

Zu uns gehören


Interner Bereich

Das Leitbild der Helene-Grulke-Schule

Eine gute Schule und der Eid des Sokrates

Siehe auch: Gemeinsames Leitbild!

Leitbild der Helene-Grulke-Schule

Die Helene-Grulke-Schule orientiert sich an den folgenden Grundsätzen, die die Merkmale einer guten Schule aus der Sicht der bestmöglichen Integration behinderter und nicht behinderter Schülerinnen und Schüler beschreiben. Sie geht dabei davon aus, dass ungeachtet vieler Besonderheiten geistig behinderter Schülerinnen und Schüler auch für diese allgemeine Grundsätze des Umgangs, der Achtung und Wertschätzung, der erzieherischen Methoden, des Menschenbildes gelten. Insofern erscheint es nicht nötig, für diese Schülergruppe besondere Positionen zu formulieren. Es reicht aus, festzustellen,
  • dass auch das geistig behinderte Kind in erster Linie ein Kind ist und damit Anspruch auf alle Bedarfe hat, die wir in unserer Gesellschaft Kindern zubilligen,
  • dass auch der geistig behinderte Schüler in erster Linie ein Schüler ist, damit Anspruch auf alle Maßnahmen hat, die in unserer Gesellschaft für Schüler vorgesehen sind, und
  • dass auch der geistig behinderte Mensch in erster Linie ein Mensch ist und als solcher für sich die allgemeinen Menschenrechte einfordern kann.
 
Acht Grundsätze für eine „Gute Schule“
1. Die SchülerInnen lernen möglichst wirksam das Lernen und entwickeln "zukunftsfähige" Kompetenzen, vor allem Selbstständigkeit und Kommunikationsfähigkeit.
2. Die SchülerInnen entwickeln individuelle Interessen und beschreiten individuelle Lernwege. Diese Individualisierung wird ermöglicht durch innere Differenzierung, z. B. durch AG-Angebote, Unterrichtsprojekte, Möglichkeiten eigener Aktivitäten etc.
3. Zivilgesellschaftliche Kompetenzen in der pluralistischen Gesellschaft werden gefördert: Toleranz, Konfliktbearbeitung ohne Gewalt, Partizipationsfähigkeit.
4. Die Schülerlnnen fühlen sich in der Schule durch Freundschaften und ein „soziales Netzwerk“ akzeptiert und aufgehoben.
5. Die Lernfreude und Lernbereitschaft der SchülerInnen wird aufrechterhalten.
6. Die SchülerInnen öffnen sich, mit eigenen Schwächen und Grenzen auseinander setzen.Sie sammeln realistische Erfahrungen im Umgang mit Kindern, die „anders“ und zugleich „wie wir“ sind (Differenz und Gleichheit).
7. Die Lehrkräfte kooperieren untereinander. Sie vernetzen sich mit anderen kind- und familienunterstützenden Institutionen.
8. Die Lehrkräfte verstehen sich als lernende LehrerInnen, die offen sind und ihr eigenes „Wachstum“ fördern.
Die Gesamtkonferenz empfiehlt allen jetzigen und zukünftigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die Auseinandersetzung mit dem „Sokratischen Eid“, um eine gemeinsame Basis des Umgangs mit unseren Schülerinnen und Schülern zu erlangen.
 Sokratischer Eid
Als Lehrer und Erzieher fühle ich mich verpflichtet,
  • die Eigenart eines jeden Kindes zu achten und gegen jedermann zu verteidigen;
  • für seine körperliche und seelische Unversehrtheit einzustehen;
  • auf seine Regungen zu achten, ihm zuzuhören, es ernst zu nehmen;
  • zu allem, was ich seiner Person antue, seine Zustimmung zu suchen, wie ich es bei einem Erwachsenen täte;
  • das Gesetz seiner Entwicklung, soweit es erkennbar ist, zum Guten auszulegen und dem Kind zu ermöglichen, dieses Gesetz anzunehmen;
  • seine Anlagen herauszufordern und zu fördern;
  • seine Schwächen zu schützen, ihm bei der Überwindung von Angst und Schuld, Bosheit und Lüge, Zweifel und Misstrauen, Wehleidigkeit und Selbstsucht beizustehen, wo es das braucht;
  • seinen Willen nicht zu brechen - auch nicht, wo er unsinnig erscheint; ihm vielmehr dabei zu helfen, seinen Willen in die Herrschaft seiner Vernunft zu nehmen; es also den mündigen Verstandesgebrauch und die Kunst der Verständigung wie des Verstehens zu lehren;
  • es bereit zu machen, Verantwortung in der Gemeinschaft und für diese zu übernehmen;
  • es die Welt erfahren zu lassen, wie sie ist, ohne es der Welt zu unterwerfen, wie sie ist
  • es erfahren zu lassen, was und wie das gemeinte gute Leben ist;
  • ihm eine Vision von der besseren Welt zu geben und die Zuversicht, dass sie erreichbar ist;
  • es Wahrhaftigkeit zu lehren, nicht die Wahrheit, denn „die ist bei Gott allein“. Ich fühle mich auch verpflichtet,
  • so gut ich kann, selber vorzuleben, wie man mit den Schwierigkeiten, den Anfechtungen und Chancen unserer Welt und mit den eigenen immer begrenzten Gaben, mit der eigenen immer gegebenen Schuld zurechtkommt;
  • nach meinen Kräften dafür zu sorgen, dass die kommende Generation eine Welt vorfindet, in der es sich zu leben lohnt und in der die ererbten Lasten und Schwierigkeiten nicht deren Ideen und Möglichkeiten erdrücken;
  • meine Überzeugungen und Taten öffentlich zu begründen, mich der Kritik -insbesondere der Betroffenen und Sachkundigen - auszusetzen, meine Urteilegewissenhaft zu prüfen;
  • mich dann jedoch allen Personen und Verhältnissen zu widersetzen - dem Druck der öffentlichen Meinung, dem Verbandsinteresse, dem Beamtenstatus, der Dienstvorschrift -, wenn diese meine hier bekundeten Vorsätze behindern.

Ich bekräftige diese Verpflichtung durch die Bereitschaft zu einer ständigen kritischen Diskussion.